Sommerquartiere in Kiel

Gunter Hartz und Ulrich Marckmann von der Nabu-Ortsgruppe Kiel haben ab 1995 im Kieler Stadtgebiet etwa 100 Fledermauskästen selbst gebaut und weitere 100 Kästen aus Mitteln der Stadt Kiel gekauft und installiert. Eine der Schwerpunkte des Fledermausschutzes in Kiel ist es, jeden Herbst die Kästen zu reinigen und Daten über die angetroffenen Tiere zu sammeln.

Die Kästen werden meist schon nach kurzer Zeit angenommen werden – allerdings auch von vielen Vögeln, denen es offensichtlich auch an passendem Wohnraum mangelt. Dies gilt auch für Wespen und Hornissen…

Aufstieg zum Kasten…

Die Erfahrung zeigt, daß etwa vier Wochenenden und einige Helfer notwendig sind, um alle Kästen zu säubern und zu reparieren. Wenn Fledermäusen angetroffen werden, wird der Kasten abgenommen und am Boden vorsichtig geöffnet, um Anzahl und Art der Tiere festzuhalten.


… jemand da ?

In den Waldgebieten sind fast ausschließlich Holzbetonhöhlen im Einsatz, die als Ersatz für natürlich Höhlen angenommen werden, während Spaltenkästen nur sehr selten besiedelt werden.

Auf den ersten Blick ist of nicht viel zu sehen…

… aber es können bis zu 14 Abendsegler im oberen Teil des Kastens hängen. In diesem Fall kann man nur versuchen, die Tiere zu zählen, sie lassen sich aber nicht mehr herausnehmen, bzw. problemlos zurücksetzen und würden sehr wahrscheinlich nach einer solchen Störung auch tagsüber das Quartier verlassen und nach einer Ausweichmöglichkeit suchen.

Ein Tier, das sich tot stellt, ist natürlich leichter zu bestimmen und es bedeutet auch weniger Streß für beide Seiten…

Die bisher angetroffenen Arten: Großer Abendsegler, Zwergfledermaus, Rauhhautfledermaus, Fransenfledermaus, Teichfledermaus, braunes Langohr.

In den letzten Jahren haben wir viele Kästen umgehängt, nachdem sich herausstellte, daß in bestimmten Park- oder Waldgebieten fast keine Fledermäuse anzutreffen, die Kästen zu schwer zu erreichen waren oder zuviele „verschwunden“ sind. Wir haben nun einige Gebiete ganz aufgegeben und die Kästen in anderen auf engerem Raum aufgehängt. Dies verringert den Zeitaufwand und kommt auch den Fledermäusen entgegen. Insbesondere dort, wo mehrere Kästen in „Sichtweite“ (ca. 5-10m) zueinander hängen, sind häufig Fledermäuse in einem der Kästen anzutreffen. Sie scheinen alle Kästen als ein Revier aufzufassen und wechseln ab und zu mit der ganzen Gruppe das Quartier, was man feststellen kann, wenn man über mehrere Abende den Ausflug der Tiere beobachtet.

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