Spektrumdiagramme

Bei einem Besuch in Deutschland war Tony Messina einige Abende in der Umgebung Kiels unterwegs, um mit seinem Anabat-System europäische Fledermausarten aufzunehmen. Hier folgende einige Auswertungen der Fledermausarten, die wirklich eindeutig durch visuelle Beobachtung und mit Hilfe eines Mischerempfängers zu bestimmen waren.

Bei den Grafiken handelt es sich um Frequenz/Zeit Diagramme. An der Y-Achse kann die Frequenz in kHZ abgelesen werden. Die Pausen zwischen den Rufen sind entfernt worden, um mehr Rufe in einem Diagramm zeigen und miteinander vergleichen zu können.

Nyctalus noctula – Abendsegler

Abendsegler in freiem Luftraum jagend. Beim Abendsegler fällt auf, daß er meist zwei alternierende Rufe verwendet. Dies ist am Anfang und Ende des Mitschnitts gut zu sehen. Besonders der Anteil zwischen 18 und 20 kHz ist sehr weit zu hören ( >60m ?). Die Pause zwischen den Rufen ist etwa 150ms lang (hier nicht zu sehen).

Eptesicus serotinus – Breitflügelfledermaus

Die Rufe der Breitflügelfledermaus klingen ähnlich wie die des Abendseglers, es fehlt allerdings der zweite Ruftyp, was ein gutes Unterscheidungsmerkmal ist, wenn man die Tiere nicht aus der Nähe sehen kann. Leider konnten nur wenige Rufe eingefangen werden, weil im Vordergrund ständig Zwergfledermäuse vorbeiflogen.

Pipistrellus pipistrellus – Zwergfledermaus

Diese Sequenz zeigt sehr schön die Rufe einer Zwergfledermaus, deren lautester Anteil um 44 kHz herum liegt.

Pipistrellus pygmaeus – Mückenfledermaus

Hier ist deutlich die enge Verwandtschaft zur Zwergfledermaus zu sehen, die Mückenfledermaus liegt jedoch 10 kHz obrhalb der Zwerge.

Pipistrellus nathusii – Rauhhautfledermaus

Im Mischer-Empfänger ist die Rauhhautfledermaus leicht mit Zwergfledermäusen zu verwechseln, im Spektrum zeigt sich allerdings deutlich, daß ihre Rufe auf etwas tieferen Frequenzen liegen. Die Dauer ist auch etwas länger, aber das läßt sich offenbar kaum hören.

Myotis daubentonii – Wasserfledermaus

Vermutlich ruft hier eine Wasserfledermaus, am Westensee kommen jedoch auch Teichfledermäuse vor, so daß man in diesem Fall lieber „eine Myotis-Art“ sagen sollte, denn beim Vorbeiflug der Tiere in der fortgeschrittenen Dämmerung kann man den Größenunterschied optisch nicht ausmachen. Im Vergleich zu den anderen Spektren sind die Rufe sehr steil und klingen im Mischer-Empfänger nur noch wie ein Knistern oder Knacken.

Soziallaute Zwergfledermaus

Hier etwas ganz anderes – es handelt sich um Soziallaute, die an einem normalerweise von Zwergfledermäusen besetzten Flachkasten aufgenommen wurden. Die Aufnahmezeit war Ende August, es sollte sich also um Balzlaute handeln. Im Mischerempfänger klingen sie wie ein „bellen“. Leider wurde der Kasten Nr. 58 zerstört, hoffentlich wird das Ersatzquartier an derselben Stelle angenommen.

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